2 Frauenzimmer

 

 

 Bei diesem Stück handelt es sich um die Geschichte zweier Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine ist eine zielstrebige Karrierefrau, die sich kaum Zeit nimmt für Dinge, die nicht mir ihrer Arbeit zu tun haben. Die andere ist die phantasiebegabte Künstlerin, fünf Jahre jünger, immer voller Ideen und Anreize, aber nicht diszipliniert. So unterschiedlich ihre Charaktere auch sind, sie mögen sich sehr, streiten viel, nähern sich wieder an, möchten voneinander lernen und tun dies  im Endeffekt dann auch, indem sie sich die jeweils positiven Eigenschaften der anderen aneignen.

 Dabei entstehen skurrile Szenen, nicht immer ohne Schmerz und Ironie, aber immer menschlich nachvollziehbar. Das Ganze gipfelt darin, dass die ältere von beiden, Elisabeth, ihrem Kinderwunsch nachgibt und da sie lesbisch lebt, einen Samenspender für ihr Kind sucht. Dieser heißt Ralf und sie lernt ihn über eine Anzeige kennen. Maria, ihre Schwester befindet sich in einer unglücklichen Beziehung zu einem Mann, der auch „Ralf“ heißt. Ralf hat einen Kinderwunsch, dies wird aber der unorganisierten Maria zu viel und sie trennt sich von ihm. Es kommt dann zu einem Verwirrungsspiel mit diesen beiden Männern, die denselben Namen tragen und erst am Schluss des Stückes löst sich auf, ob Marias Ralf wirklich der Samenspender von  Elisabeths Tochter ist.

 Nach dem anderthalbstündigen ersten Teil vergehen fiktiv fünfzehn Jahre und wieder treffen die beiden Schwestern aufeinander, beide haben sich sehr verändert und in ihrem Leben Verhaltensweisen der anderen angenommen, ohne dass sie wirklich voneinander wussten. Nach der Pause verfallen die beiden Schwesterherzen trotz ihrer Verwandlungen oft in alte Verhaltensmuster und necken sich in weiteren 50 Minuten, wo sie nur können.

 Diese Rahmengeschichte verbindet 22 Songs miteinander, teilweise von den Darstellerinnen Astrid Maria Held und Corelia Morel selbst geschrieben oder textlich neu gestaltet. Mal musikalisch am Klavier / E-piano begleitet zu ein- oder zweistimmigem Gesang oder auch als Karaokeversion eingespielt und mit live-Gesang untermalt.

 Die Vielseitigkeit dieser Musiktheaterrevue liegt nicht nur in der Gestaltung von Text und Musik, sondern auch der Tanz kommt nicht zu kurz. Dies lockert die teilweise sehr balladesken und ernsthaften Songs dann wieder auf und der Zuschauer darf sich während dieses abendfüllenden Programms durch sämtliche Gefühlszustände führen lassen.

 Das Programm eignet sich gut für Kleinkunstbühnen (2x2Meter Bühne).